Bewertung der Lage - Salus

Initiative "Saubere Luft für Schwäbisch Gmünd"
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Bewertung der Lage

Datenerfassung > Datenerfassung 2017
 
nach der Geruchserfassungsaktion stellt sich die Situation wie folgt dar:

 
Die Wahrnehmung ist so, dass man keine Verbesserung der Situation verzeichnen kann.
Trotzdem, oder gerade deshalb, war die Erfassungsaktion nicht unnötig, sondern sehr wichtig!


Nach dem, was sich getan hat, ist das auch nicht anders zu erwarten.
Bisherige Maßnahmen der Firma:

·         Reinigung der Abluftkanäle/rohre (Weihnachten 2016).
 
·         Umlegung von E4 in E5, das heißt, praktisch 100%ige Entfernung
          von Aminen aus der Abluft (Anfang 2017)

Diese Maßnahme hat aber nachweislich nicht zu einer Reduzierung der Geruchsbelästigung geführt.
Offensichtlich sind
andere Endprodukte/Crackprodukte, die beim Guss aus den eingebrachten
Komponenten Phenolharze, Isocyanate, Amine,
sowie Lösungsmittel entstehen, für die
Geruchsbelästigung verantwortlich, wie wir anlässlich einer Begehung der Firma im März festgestellt haben.
Dies wurde auch in einem Schreiben an die Firma, das RP und die Stadt zum Ausdruck gebracht.
 
 
Nachdem ein von Eurotech in Auftrag gegebenes Gutachten am 16.3.2017 noch festgestellt hatte,
dass sich an der Belastungssituation der Geruchsimmissionen gegenüber dem Gutachten,
vorgestellt am 3.11.2016 in der TA, nichts Wesentliches geändert habe, liegt nun ein erneut
durchgeführtes Gutachten vor, das die am meisten
belasteten Gebiete der Stadt  
mit einem Wert
von 11% Geruchswahrnehmungshäufigkeit ausweist, gegenüber einem Wert
von 16% (3.11.2016). Der Grenzwert ist bei 10% festgelegt!
(Ab einer Geruchswahrnehmungshäufigeit von 10% aller Jahresstunden liegt erhebliche
Geruchsbelästigung vor, das heißt mehr als erlaubt. Auf 24 Stunden gerechnet
sind das im Mittel also 2,4 Std pro Tag)
 
Diese neuen Werte haben sich überraschenderweise dadurch ergeben,
dass die Firma nicht mehr im 3-Schichtbetrieb arbeitet, sondern auf 2 Schichten
umgestellt hat und die Nachtschicht entfällt.
 
Der Durchsatz in der Firma soll sich dadurch aber nicht wesentlich verringert haben.
Das bedeutet, dass ungefähr die gleiche Menge Abluftbelastung nun in kürzerer Zeit
in die Umwelt gelangt.
 
In der Modellrechnung, die einem Gutachten zugrunde liegt, wirkt sich die Umstellung
aber, wie oben aufgeführt, aus!
 
Es sieht also so aus, dass sich bei annähernd gleichem Emissionsvolumen
durch die Umorganisation günstigere Werte in der Modellrechnung des Gutachtens
ergeben, die Konzentration der Schadstoffe in der Abluft sich aber während der Produktion
eher erhöht hat:
 
 
Die Belastung der Bevölkerung an entsprechend exponierter Stelle
ist also mindestens nicht kleiner geworden!
(was auch die vielfältigen Reaktionen aus der Menge der Beobachtenden
widerspiegeln)
 
 
Dieser Widerspruch zwischen Modellrechnung/Gutachten und der realen Situation
zeigt die Unzulänglichkeit in der Art der gesetzlichen Vorgaben bzw. ihrer Umsetzung
in Kontrollverfahren.
 
Der Gesetzgeber bzw die kontrollierende Instanz, das Regierungspräsidium Stuttgart,
hält sich aber an die „Realitäten“ des Gutachtens!
 
Ein weiterer Widerspruch zwischen den Ergebnissen der Erfassung und den Ergebnissen
der Modellrechnung der Gutachten besteht darin, dass das Gutachten die belasteten Gebiete
der Stadt östlich bzw. nordöstlich der Firma ansiedelt, (was der jährlichen Windhauptrichtung
im Bereich von Schwäbisch Gmünd entspricht, die Wettersituation in Gmünd ist aber komplizierter
und entsprechend ergeben sich Luftströmungen und Verwirbelungen,
die die Modellrechnung nicht erfasst)
Die reale Wahrnehmung aber stellt mehr oder wenig stark belastete Stadtgebiete fest,
die laut Gutachten überhaupt nicht betroffen sind, wie zum Beispiel Vogelhof, Wustenriet,
Straßdorfer Berg bis hoch zu den neuen Baugebieten in Straßdorf Käppelesäcker.

Wie geht es weiter?
 
 
Eurotech versprach,
weitere Anstrengungen zu unternehmen im Verbund des neu gegründeten Forschungsprojekts „iLutec“
Nach Aussage von Betriebsleiter Herrn Schips war eine intelligente Lösung mit Aktivkohle im Blick
(siehe auch Artikel in der GT vom 2.6.2017, auf www.salus-gd.de einsehbar).
Inzwischen stellt sich heraus, dass Eurotech nicht am Forschungsprojekt iLutec beteiligt ist,
sondern nur assozierter Partner ist, da der Konzern aufgrund seiner Größe keine Fördergelder erhält!
(siehe Dialogtreffen vom 2.11.2017)
Eurotech beabsichtigt aber Versuche mit einem anderen Binder.
 
Wir, die BI, und auch die Stadt Schwäbisch Gmünd, sind mit Nachdruck hinter einer Lösung her
unter Einbeziehung vom LUBW.
Wir wollen ein Gutachten mit entsprechenden Messungen von unabhängiger Seite erreichen.
 
Unterstützen Sie uns, indem Sie auch weiterhin Geruchsbelästigungen
per Formblatt oder email melden!
 
 
Für die BI „Saubere Luft für Schwäbisch Gmünd“
 
Christoph Kraft
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